Herr Krüger, Sie haben Ihr Büro KSV Krüger Schuberth Vandreike 1990 gegründet. 1994 wurden Sie mit dem ersten Preis im Wettbewerb zum Bundeskanzleramt international bekannt und realisierten viele Projekte im In- und Ausland. Ihr Büro ist vor allem für die Verknüpfung von Architektur, Design und Kommunikation bekannt geworden. Was bedeutet Ihnen und Ihren Mitarbeitern interdisziplinäres Arbeiten?
Wir, das sind Architekten, Designer und Grafiker, arbeiten in unserem Büro an gemeinsamen Projekten und stimmen den Entwurf oder Ausführungsdetails untereinander ab. Mit dieser Form des interdisziplinären Arbeitens können wir das Konzept schnell und auf hohem Niveau weiter entwickeln.
Ihr Werk ist sehr breit gefächert. Sie haben Museumsbauten realisiert, aber auch Wohngebäude, Geschäftsräume und Bauten der Forschung – zudem Projekte in Corporate Design, Kommunikation und Messe-Architektur. In welcher Weise verbinden sich diese Projekte?
Wir sind heute in der Lage, eine Marke, ein Museum oder eine Unternehmenszentrale von der Corporate Identity über das Corporate Design bis zur Corporate Architecture gemeinsam mit dem Kunden zu entwickeln. Unsere Projekte umfassen Themen wie Inszenierung, Film, Ton, Licht, Design und Architektur. Diese Kenntnisse konnten wir beim Museion in Bozen direkt
umsetzen. Und auch anders herum: Unsere Erfahrungen aus der Architektur beeinflussen die Konzeption von Markenräumen, wie beispielsweise die BMWPräsentation in Shanghai, Beijing, New York und weiteren internationalen Standorten. Die gemeinsame Klammer ist das Bedürfnis eines Unternehmens, einer Forschungseinrichtung, einer Familie oder einer Marke, über Architektur und Design Lebenseinstellungen oder Eigenschaften zu kommunizieren – auch wenn sie formal alle sehr unterschiedlich sind.
Die beiden aktuell realisierten Projekte des Büros sind das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und das »Museion« – das Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Bozen. Besonders faszinierend finde ich die architektonische Öffnung des Baus zur Stadt und zur Landschaft.
Unsere Konzepte haben immer einen langfristigen und nachhaltigen strategischen Ansatz. In diesem Sinn versuchen wir, gemeinsam mit dem Kunden die Projekt oder Produktanforderungen vorauszudenken und integrieren dann neue Anforderungen in laufende Designprozesse. Das Museion in Bozen überwindet die introvertierte Kunstbox. Die Glasfassaden können über Künstler individuell mit Projektionen bespielt werden, so dass die Grenzen zwischen Architektur und Medienkunst schwinden. Die erst nach dem Wettbewerb
entwickelte Idee der zweiarmigen geschwungenen Brücken über den Fluss Talfer verbindet die deutsche Altstadt mit der italienischen Stadterweiterung. Museion und Brücke werden dadurch zu einem verbindenden Symbol für den Aufbruch Südtirols in ein modernes Europa.
Im Vorwort der jetzt im Jovis-Verlag erschienenen Monografie beschreiben Sie die Zeit Ihrer Bürogründung als eine »permanente Kunstperformance mit offenem Ausgang«. Sehnen Sie sich manchmal zurück? Das chaotisch-kreative Berlin der Wende-Zeit, so schreiben Sie, hat Sie nachhaltig beeinflusst.
Die Kreation von neuen Ideen und Konzepten ist unsere wesentliche Lebensader. In diesem Sinne stellen wir uns permanent dem Wettbewerb mit nach wie vor offenem Ausgang. Berlin hat heute wieder neue Qualitäten und ist für uns ein spannendes, kreatives Umfeld, das inspiriert.
Sie haben Ihr Buch »Zeichen«, »Signs«, genannt. Warum?
Die Unverwechselbarkeit einer Idee setzt »Zeichen« und nimmt Bezug zur skulpturalen Wirkung unserer architektonischen Konzepte in den letzten Jahren. Zugleich bildet das Wort »Zeichen« in unserer Arbeit eine Brücke zu den Themen Corporate Design, Typografie, Grafikdesign und Kommunikation. Für uns ein Zeichen in die Zukunft…
Wir, das sind Architekten, Designer und Grafiker, arbeiten in unserem Büro an gemeinsamen Projekten und stimmen den Entwurf oder Ausführungsdetails untereinander ab. Mit dieser Form des interdisziplinären Arbeitens können wir das Konzept schnell und auf hohem Niveau weiter entwickeln.
Ihr Werk ist sehr breit gefächert. Sie haben Museumsbauten realisiert, aber auch Wohngebäude, Geschäftsräume und Bauten der Forschung – zudem Projekte in Corporate Design, Kommunikation und Messe-Architektur. In welcher Weise verbinden sich diese Projekte?
Wir sind heute in der Lage, eine Marke, ein Museum oder eine Unternehmenszentrale von der Corporate Identity über das Corporate Design bis zur Corporate Architecture gemeinsam mit dem Kunden zu entwickeln. Unsere Projekte umfassen Themen wie Inszenierung, Film, Ton, Licht, Design und Architektur. Diese Kenntnisse konnten wir beim Museion in Bozen direkt
umsetzen. Und auch anders herum: Unsere Erfahrungen aus der Architektur beeinflussen die Konzeption von Markenräumen, wie beispielsweise die BMWPräsentation in Shanghai, Beijing, New York und weiteren internationalen Standorten. Die gemeinsame Klammer ist das Bedürfnis eines Unternehmens, einer Forschungseinrichtung, einer Familie oder einer Marke, über Architektur und Design Lebenseinstellungen oder Eigenschaften zu kommunizieren – auch wenn sie formal alle sehr unterschiedlich sind.
Die beiden aktuell realisierten Projekte des Büros sind das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und das »Museion« – das Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Bozen. Besonders faszinierend finde ich die architektonische Öffnung des Baus zur Stadt und zur Landschaft.
Unsere Konzepte haben immer einen langfristigen und nachhaltigen strategischen Ansatz. In diesem Sinn versuchen wir, gemeinsam mit dem Kunden die Projekt oder Produktanforderungen vorauszudenken und integrieren dann neue Anforderungen in laufende Designprozesse. Das Museion in Bozen überwindet die introvertierte Kunstbox. Die Glasfassaden können über Künstler individuell mit Projektionen bespielt werden, so dass die Grenzen zwischen Architektur und Medienkunst schwinden. Die erst nach dem Wettbewerb
entwickelte Idee der zweiarmigen geschwungenen Brücken über den Fluss Talfer verbindet die deutsche Altstadt mit der italienischen Stadterweiterung. Museion und Brücke werden dadurch zu einem verbindenden Symbol für den Aufbruch Südtirols in ein modernes Europa.
Im Vorwort der jetzt im Jovis-Verlag erschienenen Monografie beschreiben Sie die Zeit Ihrer Bürogründung als eine »permanente Kunstperformance mit offenem Ausgang«. Sehnen Sie sich manchmal zurück? Das chaotisch-kreative Berlin der Wende-Zeit, so schreiben Sie, hat Sie nachhaltig beeinflusst.
Die Kreation von neuen Ideen und Konzepten ist unsere wesentliche Lebensader. In diesem Sinne stellen wir uns permanent dem Wettbewerb mit nach wie vor offenem Ausgang. Berlin hat heute wieder neue Qualitäten und ist für uns ein spannendes, kreatives Umfeld, das inspiriert.
Sie haben Ihr Buch »Zeichen«, »Signs«, genannt. Warum?
Die Unverwechselbarkeit einer Idee setzt »Zeichen« und nimmt Bezug zur skulpturalen Wirkung unserer architektonischen Konzepte in den letzten Jahren. Zugleich bildet das Wort »Zeichen« in unserer Arbeit eine Brücke zu den Themen Corporate Design, Typografie, Grafikdesign und Kommunikation. Für uns ein Zeichen in die Zukunft…
The Architects’ office Krüger Schuberth Vandreike (KSV)was founded in 1990 and swept to international fame in 1994, after winning first prize for its design of the Federal Chancellery in Berlin. It has since realised numerous projects at home and abroad. At KSV, employees with diverse areas of expertise all work together on projects, calibrating their design and implementation down to the very last detail. This interdisciplinary taskforce is perfectly suited to take high-level concepts from the drawing board through to completion.
»Today, we’re in a position to develop a brand, a museum, or company headquarters in close collaboration with the client, from corporate identity through corporate design to corporate architecture. Our projects encompass fields such as staging, film, sound, lighting, design and architecture. At the Museion in Bozen we were able to put this expertise into practice directly. And the reverse holds true, too: our experience in architecture influences our conception of brand spaces, for example the BMW presentation that took place in Shanghai, Beijing, New York and other international locations. The common thread is, that – however different they may be in terms of their format – companies, research institutions, a family or a brand all share a common need: for architecture and design to communicate their life-style, aspirations and characteristics.« The Museion – Bozen’s museum of modern and contemporary art – is one of KSV’s most recently completed projects. The Museion triumphs over the introverted art-box. Artists can use the glass façades as a blank projection screen for their work, and thereby dissolve the borders between architecture and media arts. A two-armed suspension bridge across the river Talfer – an idea developed after the initial design competition – links the historic German city centre with the more modern Italian side of town. The Museion and the bridge have thus now become a unified symbol of the Southern Tyrol’s step towards modern-day Europe.
»Today, we’re in a position to develop a brand, a museum, or company headquarters in close collaboration with the client, from corporate identity through corporate design to corporate architecture. Our projects encompass fields such as staging, film, sound, lighting, design and architecture. At the Museion in Bozen we were able to put this expertise into practice directly. And the reverse holds true, too: our experience in architecture influences our conception of brand spaces, for example the BMW presentation that took place in Shanghai, Beijing, New York and other international locations. The common thread is, that – however different they may be in terms of their format – companies, research institutions, a family or a brand all share a common need: for architecture and design to communicate their life-style, aspirations and characteristics.« The Museion – Bozen’s museum of modern and contemporary art – is one of KSV’s most recently completed projects. The Museion triumphs over the introverted art-box. Artists can use the glass façades as a blank projection screen for their work, and thereby dissolve the borders between architecture and media arts. A two-armed suspension bridge across the river Talfer – an idea developed after the initial design competition – links the historic German city centre with the more modern Italian side of town. The Museion and the bridge have thus now become a unified symbol of the Southern Tyrol’s step towards modern-day Europe.
