Wie erleben wir Farbe?
How do we experience colour?

»Warum malt man eigentlich nur als Kind mit Farben? Warum hört das für die meisten auf, wenn man ›groß‹ wird? Ist denn Farbe ausschließlich etwas für Kinder, Künstler, Malermeister? Das hat gewiss damit zu tun,
dass in unserer Gesellschaft und damit auch in den Schulen das Lesen-Schreiben-Rechnen stark favorisiert wird, während die Entwicklung und Differenzierung unserer sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit als weniger wichtig erachtet wird.« Auf die Aussage des 1940 geborenen Baseler Grafik-Designers Moritz Zwimpfer hätte Leonardo da Vinci die richtige Antwort parat gehabt. Er sagt: »Das Auge trägt den Menschen an viele Orte der Welt; es ist der Fürst der Mathematik; seine Wissenschaften sind äußerst zuverlässig; … es hat die Architektur geschaffen, die Perspektive und die göttliche Malerei.«
Dieses menschliche Auge steht auch im Zentrum des Denkens von Moritz Zwimpfer. Lange Jahre arbeitete er als Dozent für Farbe und Grafik-Design an der Schule für Gestaltung und der Fachhochschule in Basel. Sein Thema sind die verschiedenen Aspekte visueller Wahrnehmung. »Wie erleben wir Farbe?« fragt er sich als Gestalter von Plakaten, Farbspielenoder des im Verlag Niggli erschienenen Farbkalenders – ein für viele Designpreise nominiertes und ausgezeichnetes Liebhaber-Objekt. Jedem Tag wird eine neue Farbe zugeordnet. 365 Farben – laut, leise, schrill, dezent, hell, dunkel, schwer oder luftig. Jeder Tag – eine eigene Emotion.


»The eye«, says Leonardo da Vinci, »is the prince of mathematics, and the sciences founded on it are absolutely certain«. The thoughts of the Basel graphic designer Moritz Zwimpfer, born in 1940, also revolve around the human eye. Zwimpfer worked for many years as a lecturer for colour and graphic design at the Basel School of Design and the University of Applied Sciences Basel, Switzerland.

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