Museum Kunst der Westküste
Art from the West Coast –

Text: Boris Kagelmann

In der Ferienzeit brummt in den Ortschaften Wyk und Nieblum auf der Nordseeinsel Föhr das touristische Leben. Nicht ganz so turbulent geht es in dem 415-Seelen-Dorf Alkersum zu. Still und bescheiden pflegt die „Dorf-Älteste“ ihr beschauliches Dasein. Im Sommer 2009 eröffnete das Museum Kunst der Westküste hier seine Pforten. Der Kunstsammler und Pharma- Unternehmer Frederik Paulsen stiftete der Heimat seiner Vorfahren das von dem Architekten Gregor Sunder-Plassmann geplante Haus.

Genau genommen sind es derer sieben mit einem Ausstellungsareal von zusammen 900 m². Ein grau geschlämmtes, reetgedecktes Langhaus, außen friesische Scheune und innen stützenfreie, in Tageslicht getauchte Museumsgalerie, macht den Anfang des Museumsrundgangs. Das Foyer befindet sich darin als angenehm unprätentiöse Schnittstelle zwischen Langhaus und Gasthaus. Das Langhaus mit seinem verglasten First und die zwei daran anschließenden, kubischen Ausstellungsgebäude zeichnen sich durch ihre ruhige Sachlichkeit und die materialverliebte aber unaufdringliche Detailierung aus. Das Holz der Eiche ist allgegenwärtig. Die ausgestellten Bilder werden in klassisch-üppiger Salonhängung präsentiert. Der Gartensaal mit der Lichtinstallation Lightbridge des Künstlers Mischa Kuball spannt einen Bogen zwischen dem Trio aus Langhaus mit den zwei Galeriegebäuden auf der einen, und dem blauen Raum mit abschließendem, museumspädagogischem Gebäude auf der anderen Seite.

Neben der Ausstellung von Exponaten deutscher, skandinavischer und holländischer Künstler aus der ca. 200 Kunstwerke reichen Sammlung Kunst der Westküste von Frederik Paulsen, werden auch wechselnde Ausstellungen von Künstlern wie aktuell dem Münsteraner Thomas Wrede gezeigt.

An der Hauptstraße, zwischen Langhaus und Museumspädagogik, befindet sich der Gasthof. Wo einst das Herz Alkersums schlug und die Wirtin Grethjen Hayen mit ihrem Mann Bastian um 1900 die Gaumen und Kehlen der Alkersumer verwöhnte, befindet sich heute, außen skandinavisches Herrenhaus um 1900 und innen friesisches Gasthaus des 19. Jahrhunderts, Grethjen’s Gasthof. Der Gastraum öffnet sich zum idyllisch-lauschigen Garten mit seinen alten Linden im Museumshof. Hier weht noch der Geist vergangener Zeiten, als der Künstler Jacob Alberts (1860-1941) Gast war und (ganz Künstler) die Zeche prellte. In Form seines Bildes „Blühende Hallig“ zahlte er sie posthum am Grethjen zurück. Das Bild ist nun Teil der Sammlung. Grethjen’s Gasthof ist das Aushängeschild des Museums und es schlägt die Brücke zwischen dem dänischen und dem deutschen Teil der Föhrer Seele in gelungener Art. Ein Besuch des Museums Kunst der Westküste ist eine Reise nach Föhr allemal Wert.


In summer 2009, the museum “Kunst der Westküste“ opened its doors in Alkersum on the island of Föhr. The art collector and pharmaceutical entrepreneur Frederik Paulsen donated the museum designed by the architect Gregor Sunder-Plassmann, which encompasses seven buildings and a 900 m² exhibition area. In addition to presenting German, Scandinavian and Dutch artists from Frederik Paulsen’s collection, which contains around 200 works of art, temporary exhibitions are also dedicated to other artists, for example to Thomas Wrede from Münster, whose works are currently on show.

    newsletter

    enter your e-mail