Neuland
New Territory

Seit der Wiedervereinigung 1990 ist ein Großteil der baukulturellen Spitzenleistungen Deutschlands im Osten der Republik entstanden. Zudem haben sich die neuen Bundesländer zu einem weltweit ausstrahlenden Experimentierfeld für den Stadt- und Landschaftsumbau entwickelt. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt/ Main wird vom 22. Juni bis zum 26. August 2007 mit der Ausstellung „Bauen in den neuen Bundesländern“ eine erste Zwischenbilanz ziehen, die 2008 auch im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen sein wird. Kuratoren der Ausstellung sind der Kunsthistoriker Dr. Ernst A. Busche und der Chefredakteur des Deutschen Architektenblatts (DAB), Oliver G. Hamm. JAM verfolgte die Entwicklung der Ausstellung und sprach mit Oliver G. Hamm über die Hintergründe.


Wie entstand die Idee zu der Ausstellung und wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit als DAB-Chefredakteur mit dem DAM?

Vor drei Jahren kam Dr. Busche mit der Idee einer Architekturausstellung über die neuen Bundesländer zu mir. Ich sagte ihm, dass eine solche – längst fällige – Schau unbedingt um einen Überblick des tiefgreifenden Stadtumbaus ergänzt werden sollte. Mit einem gemeinsamen Konzept einer zweiteiligen Ausstellung überzeugten wir 2004 zunächst den Leipziger Museumsdirektor. Vor etwa einem Jahr stellte uns dann Günter Wankerl, der damalige Referatsleiter Baukultur im Bundesbauministerium, eine finanzielle Beteiligung seines Hauses in Aussicht. Noch in derselben Woche sagte uns der gerade ernannte DAM-Direktor Peter Cachola Schmal eine Beteiligung in gleicher Höhe zu und bot uns an, die Trägerschaft und die Umsetzung der Ausstellung sowie des Katalogs zu übernehmen.

Was erwartet die Ausstellungsbesucher?

Wir dokumentieren anhand von 25 Einzelbauten Spitzenleistungen aus nahezu allen Bereichen der Architektur, vom Wohnungsbau bis zur Gedenkstätte. Eine Chronologie von weiteren 125 herausragenden Bauten seit 1990 und sechs Beispiele des Stadtumbaus (in Leipzig,Halle,Cottbus,Greifswald, Leinefelde und Hoyerswerda) sollen darüber hinaus ein möglichst vielschichtiges Bild der Baukulturlandschaft im Osten Deutschlands vermitteln.

Ein erstaunliches Vorhaben – und eine ungewöhnliche Partnerschaft zwischen DAM und DAB! Gibt es Pläne für weitere gemeinsame Projekte?

Vorerst nicht, denn infolge eines im Mai bevorstehenden Verlagswechsels bin ich kürzlich als DAB-Chefredakteur abberufen worden. Die bereits verabredete Medienpartnerschaft zwischen meinem Verlag und dem DAM ist damit geplatzt, und der neue Verlag kann nicht an seine Stelle treten, da ich zum Zeitpunkt der Ausstellungseröffnung nicht mehr die redaktionelle Verantwortung für das DAB haben werde. Ich denke aber, dass ich auch künftig – in welcher Funktion auch immer – sowohl mit dem DAM als auch mit dem Bundesbauministerium neue Projekte in Angriff nehmen werde.



Since the reunification in 1990, a high percentage of the outstanding cultural-constructional achievements in Germany have been in the East. In addition, the new German states have developed into an urban- and landscape redevelopment incubator with international acclaim. The „Deutsches Architekturmuseum“ (DAM) in Frankfurt/Main (German architectural museum) will take stock for the first time with the exhibition „Bauen in den Neuen Bundesländern“ (Construction in the new German states).The exhibition will take place from 22nd June to 26th August 2007 and will also be shown in the „Museum der bildenden Künste Leipzig“ (Museum of Fine Arts, Leipzig) in 2008. The curators of the exhibition are the art historian Dr. Ernst A. Busche and the chief editor of „Das Deutsche Architektenblatt/ DAB“ (German architectural magazine), Oliver G. Hamm.



© JAM Publications 2007

    newsletter

    enter your e-mail